„Ich habe mir die Situation in Sachsen mal genauer angesehen.
Man könnte sagen, Sachsen befindet sich in einer bemerkenswert klaren und steuerbaren Position. Der Handlungsspielraum für die künftige Energieversorgung ist durch faktische Rahmenbedingungen vorgegeben, was die strategische Planung erleichtert.
Da ist zum einen die Braunkohle, die noch für einen absehbaren Zeitraum eine stabile Basis bietet. Dass ihre Nutzung aufgrund des Wassermangels und der EU-CO₂-Bepreisung ein Enddatum hat, ist kein akutes Problem, sondern ein bekannter Planungsfaktor.
Doch das Land verfügt über strategische Vorteile für den Übergang:
Sachsen besitzt große, zusammenhängende Flächen, die sich bereits im Besitz von investitionsbereiten Akteuren wie der LEAG befinden. Der Ausbau der Erneuerbaren konzentriert sich primär auf diese Tagebaufolgeflächen (Nochten, Reichwalde, Vereinigtes Schleenhain) sowie den Truppenübungsplatz Oberlausitz. Dies ermöglicht Großprojekte mit hoher Effizienz, ohne die Fläche zersplittern zu müssen.
Gleichzeitig – und das ist der entscheidende Vorteil – sind die schützenswerten Landschaften und kulturellen Ikonen des Landes klar definiert und bleiben unangetastet. Weitgehend ausgenommen vom Ausbau sind:
Das Erzgebirge und die Sächsische Schweiz, die aufgrund von Topografie, Dichtbesiedlung und Tourismus ungeeignet für Windkraft sind.
Das UNESCO-Weltkulturerbe „Montanregion Erzgebirge“ (Sichtachsenschutz).
Naturschutzgebiete und Trinkwasserschutzzonen.
Dadurch wird sichergestellt, dass der notwendige industrielle Wandel die kulturelle Identität des Landes nicht gefährdet.
Ergänzend können Dachflächen in Ballungsräumen und ausgewählte Wirtschaftswälder genutzt werden. Die Debatte um theoretische Optionen wie die Kernenergie erübrigt sich hierbei, da die Wassersituation in Sachsen deren Realisierung ohnehin entgegensteht.
Sachsen hat somit beste Voraussetzungen, die Transformation zu steuern: Der Weg zur CO₂-armen Produktion – die für die internationale Stellung des Silicon Saxony unerlässlich ist – führt über die effiziente Nutzung bereits belasteter Flächen, während die Herzstücke der sächsischen Landschaft geschützt bleiben. Ich blicke auf die Sachsen und denke mir, die haben gute Karten beim Energie-Poker – solange sie die Uhr nicht vergessen.“